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Bodensee: Netzwerktreffen in Überlingen

Foto: Internationale Bodensee Tourismus GmbH/Achim Mende

Wie können sich (Tages-)Gäste unter den aktuellen, veränderten Rahmenbedingungen lenken lassen und ist dies überhaupt möglich beziehungsweise nötig? Diese zentralen Fragen standen im Fokus des länderübergreifenden Branchentreffs der Tourismusakteure rund um den Bodensee.

Rund 40 TeilnehmerInnen vor Ort im Parkhotel St. Leonhard in Überlingen und knapp 100 Online-TeilnehmerInnen haben das Tourismusforum verfolgt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT GmbH).

Bodenseeregion als Reiseziel hoch im Kurs
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Entwicklung des Tourismus allgemein und mit folgenden Ergebnissen: Die Vierländerregion Bodensee profitiert vom Trend des Heimaturlaubs. Mit 1,5 Millionen Gästeankünften bei 4,7 Millionen Übernachtungen von Januar bis einschließlich August 2021 liegen die Werte – seit bodenseeweiter Öffnung im Frühsommer – wieder auf ähnlich hohem Niveau wie 2019. In den Sommermonaten erlebten einige Bodenseeregionen, insbesondere die seenahen Destinationen, einen regelrechten Boom. Und es deutet auch einiges darauf hin, dass für den Herbst positive Zahlen zu erwarten sind. Im Zuge dessen gilt es sich durchdacht auf die Besucherlenkung sowie auf die Zeit außerhalb der Hochsaison einzustellen, wissen die Tourismusakteure. Wichtig sei die Förderung der Nebensaison und die gezielte Einbeziehung des Umlandes.

Die Bodenseeregion als Lebens- und Freizeitraum
Gleichzeitig ist die Bodenseeregion nicht nur Reiseregion für Übernachtungsgäste, sondern auch ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge. Um touristische Be- und Überlastungseffekte zu vermeiden und die Region nachhaltig für die einheimische Bevölkerung attraktiv zu halten, hat das Thema Besucherlenkung für viele Tourismusregionen rund um den Bodensee einen wichtigen Stellenwert eingenommen. Vor diesem Hintergrund wurde von der IBT GmbH gemeinsam mit dem Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (DWIF) eine Umfrage in der Region durchgeführt und die Notwendigkeit sowie Maßnahmen der Besucherlenkung abgefragt. Die Ergebnisse – vorgestellt am diesjährigem Forum von Andrea Möller (DWIF) – belegen, dass vor allem mehr Austausch, Unterstützung und koordiniertes Vorgehen für dieses hochaktuelle, komplexe Handlungsfeld gewünscht wird. Wesentliche Herausforderungen sind dabei überfüllte Straßen, Bevölkerungsunmut sowie Overcrowding-Effekte. Betroffene Orte sind vor allem die direkten Seeufer, Strandbäder, Seepromenaden sowie die Radwege. Hinsichtlich digitaler Datenquellen, offenem Datenaustausch und Umsetzung geeigneter Maßnahmen sind die Unsicherheiten noch groß. Dies ist aber eine wesentliche Voraussetzung um die digitale Besucherlenkung zukunftsfähig angehen zu können.

Keynote zur Veränderung im Reiseverhalten
Einen Einblick zum veränderten Reiseverhalten gab zudem Jürgen Schmude (Ludwig-Maximilians-Universität München) in seinem Impulsvortrag. Er präsentiert neue Reisetrends, welche Veränderungen die Corona-Pandemie bewirkt hat und welche Bedeutung diese zukünftig für Destinationen haben. Dabei ist festzuhalten, dass die Reiselust nach wie vor ungebrochen ist, ein Teil der Bevölkerung aber zukünftig „anders“ reisen wird. Hier wird vor allem das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen. Auch ist davon auszugehen, dass mehr Binnentourismus im deutschsprachigen Raum stattfindet und Destinationen mit Outdoor- und/oder Natur-orientierten Angeboten verstärkt nachgefragt werden.
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